Canon Vollformat trifft Fujifilm APS-C – ein Erfahrungsbericht

Ich fotografiere seit Jahren mit einer Canon Vollformatkamera – und ich liebe sie. Präziser Autofokus, hervorragende Bildqualität auch bei wenig Licht, bewährte Technik. Kein Grund zur Klage. Und trotzdem habe ich mir die Fujifilm X-T5 als Zweitkamera zugelegt. Warum? Das erzähle ich euch hier, ehrlich, aus der Praxis..

Der erste Eindruck: Liebe auf den zweiten Blick
Zugegeben: als ich die X-T5 das erste Mal in der Hand hatte, war ich skeptisch. APS-C-Sensor, kein Vollformat, eine andere Welt als Canon. Aber dann habe ich angefangen, damit zu fotografieren. Und spätestens nach den ersten echten Hochzeitsfotos war ich überzeugt.
Die X-T5 ist keine Kompromisslösung. Sie ist eine ernstzunehmende Kamera, die auf Hochzeiten ihre ganz eigenen Stärken ausspielt.

Was mich wirklich begeistert
40,2 Megapixel – mehr als genug für alles. Der Sensor liefert eine Auflösung, die mich ehrlich gesagt überrascht hat. Gestochen scharfe Details – ob Spitze am Brautkleid, Goldprägung auf den Ringen oder der Blick in Omas Augen beim Einzug. Die Bildqualität ist bis ISO 3.200 sehr gut, was für Innenaufnahmen bei Tageslicht problemlos ausreicht.

Kompakt & leicht – mein Rücken sagt Danke
Wer schon einmal 10 Stunden lang schwere Kameras durch eine Hochzeit getragen hat, versteht, warum mich das Gewicht der X-T5 so begeistert. Sie ist deutlich kleiner und leichter als meine Canon. Das macht am Ende eines langen Hochzeitstages einen riesigen Unterschied. Gleichzeitig wirkt sie auf manche Gäste weniger einschüchternd als eine große Vollformatkamera mit Riesenobjektiv. Das sorgt für natürlichere, entspanntere Momente.

Das analoge Bedienkonzept – Fotografie wie früher
Das ist vielleicht das, was mich am meisten an der Fujifilm-Welt fasziniert: die physischen Dials für Verschlusszeit, ISO und Belichtungskorrektur. Man greift zur Kamera, stellt die wichtigsten Werte direkt ein. Es fühlt sich an wie analoge Fotografie mit digitaler Technik. Für mich ist das keine Nostalgie, sondern echter Workflow-Gewinn.

Die Fujifilm-Farben und Filmsimualtionen
Fujifilm ist bekannt für die einzigartigen Filmsimulationen. Ob Classic Chrome für einen zeitlosen, leicht verblassten Look oder Provia für natürliche, lebendige Farben: Die JPEGs direkt aus der Kamera sind oft schon so gut, dass sie wenig Nachbearbeitung brauchen. Das spart Zeit im Bearbeiten und bei Hochzeiten mit hunderten Fotos ist das kein Kleinigkeit.

Was ich ehrlich gesagt weniger gut finde

Autofokus bei sehr schlechtem Licht
Im direkten Vergleich mit meiner Canon merkt man bei extremem Gegenlicht oder sehr dunklen Kirchen, dass der Autofokus der X-T5 manchmal etwas zögerlicher ist. Nicht schlecht, aber nicht auf dem Niveau eines Vollformat-Flaggschiffs. Für die meisten Hochzeitssituationen ist das kein Problem, bei wirklich dunklen Locations würde ich eher zur Canon greifen.

Der Akku
Die Akkulaufzeit ist kürzer als ich es von Canon gewohnt bin. Wer die X-T5 für eine Ganztagshochzeit einsetzt, sollte unbedingt zwei Ersatzakkus dabei haben. Das ist bei mir mittlerweile Standard.

Kein klassischer Klapp-Touchscreen
Das Display der X-T5 klappt nur in eine Richtung (nach oben bzw. unten), aber nicht vollständig zur Seite. Für Fotografen, die aus der Hüfte oder vom Boden heraus fotografieren, kann das manchmal unpraktisch sein. Mich stört es bei Hochzeiten kaum, aber es ist ein Punkt den man kennen sollte.

Wie ich die beiden Kameras kombiniere
Mein Setup auf Hochzeiten sieht inzwischen so aus: Die Canon Vollformat übernimmt die Zeremonie, kritische Lichtsituationen und alle Momente, bei denen Geschwindigkeit und Lichtstärke zählen. Die Fujifilm X-T5 kommt zum Einsatz beim Getting Ready, bei Detailfotos, bei der Agape und für die entspannteren Momente des Tages. Überall dort, wo ihr kompaktes Format und die wunderschönen Farben ihre Stärken ausspielen.
Das Ergebnis: zwei unterschiedliche Looks, die sich wunderbar ergänzen. Die satten, tiefen Vollformat-Töne der Canon auf der einen Seite, die charaktervollen, filmischen Fujifilm-Farben auf der anderen.

Fazit: Eine Kamera, die mir Spaß macht
Die Fujifilm X-T5 hat mein Zweikamera-Setup auf Hochzeiten wirklich bereichert. Sie ist kein Ersatz für meine Canon – aber sie ist auch keine bloße Backup-Kamera. Sie ist ein vollwertiges Werkzeug mit eigenem Charakter, das meine Arbeit kreativer und vielseitiger macht.
Und wenn ich ganz ehrlich bin: Manchmal greife ich einfach zur X-T5, weil sie einfach Freude macht. Und das merkt man den Fotos an.


Wenn ihr Fragen zu meiner Ausrüstung habt oder wissen möchtet, wie eure Hochzeitsfotos aussehen könnten – ich freue mich auf eure Nachricht!
Spielbichler Photography – Hochzeitsfotograf aus Münchendorf | Wien | Niederösterreich | Burgenland | Steiermark